Freitag, 6. November 2015

Sexueller Missbrauch durch Bischof?

Das tut weh! Allein die Nachricht lässt jedem anständigen Katholiken den Schrecken in die Glieder fahren. Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Hildesheimer Bischof Janssen (+1988). Die Verantwortlichen der Diözese Hildesheim halten die Anschuldigung für plausibel. Ja, ich weiß: Noch vor wenigen Tagen habe ich dazu aufgefgerufen, nicht in die allgemeine Lamentatio einzustimmen, wenn es um gefallene Priester geht. Das werde ich auch nicht tun. Aber bei dem Thema geht es mir um die Opfer! Wir sprechen nicht von einem klerikalen Schwächeanfall - hier steht der Verdacht auf ein schweres Verbrechen im Raum. Das muss aufgeklärt werden! Wenn der zehnjährige Junge auf diese Art und Weise missbraucht wurde, dann muss dies beim Namen genannt werden. Und ich erwarte von "meiner" Kirche, dass alles (!) dafür getan wird, solche Übergriffe in Zukunft zu vermeiden. Vieles hat sich in dieser Richtung schon positiv verändert. Nicht zuletzt durch die Null-Toleranz-Strategie von Papst Franziskus. Gott sei Dank. Die Kirche hat ihre Hausaufgaben gemacht, wenn auch viel zu spät.

Kommentare:

  1. Drei Gedanken dazu ...

    1. Einerseits wird man - der shitstorm wäre absehbar - derzeit kaum in einer deutschen Diözese bei einer solchen "Prominenz" des Falles sagen, man halte den Vorwurf für abwegig, so (mehr oder minder) glaubhaft der Kläger auch sein mag. Andererseits:

    2. Es wäre wahrlich nicht der erste Bischof. Man denke an jenen polnischen Kurienprälaten, der als überführt gelten kann, auch wenn der Tod jedem irdischen Gericht zuvor gekommen ist. Der Schrecken ist schon längst in die Glieder gefahren, nur merken wir's jetzt erst richtig, weil ein deutscher Bischof im Verdacht steht.

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